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Kosten und Gebühren eines Rechtsstreits

Welche Kosten entstehen in einem Rechtsstreit? Was kostet ein Rechtsanwalt? Wie errechnen sich seine Gebühren und die Gerichtskosten aus dem Gegenstandswert bzw. Streitwert? Wann gewährt der Staat Beratungshilfe und Prozesskostenhilfe? Im Folgenden einige Hinweise.

Allgemeine Hinweise zu Kosten und Gebühren

In der Kanzlei

Jeder Rechtsstreit verursacht Kosten. Zwar hat der Gegner eines Rechtsstreits (z.B. der Schuldner einer Geldforderung) diese Kosten in der Regel zu ersetzen, dennoch verbleibt immer ein Restrisiko, die angefallenen Kosten nicht ersetzt zu bekommen (z.B., wenn der Gegner zahlungsunfähig wird).

Daher sollte man sich immer genau überlegen, ob man gewillt ist, dieses Kostenrisiko einzugehen. Eine solche Überlegung ist oftmals jedoch nicht leicht, denn die Risiken und Chancen sind von einem Rechtsunkundigen nur schwer zu durchschauen.

Anwaltliche Beratung wird dabei gescheut, weil die Kosten einer solchen Beratung vom Ratsuchenden zunächst nicht kalkuliert werden können. Aber auch die anfallenden Gerichtskosten werden häufig überschätzt. Eine zwar nicht repräsentative, dennoch sehr aussagekräftige Umfrage unter 30 Einzelhandels-Unternehmern ergab ein erschreckendes Ergebnis. Die Unternehmer wurden befragt, was es ihrer Meinung nach höchstens kosten würde, eine Kaufpreis-Forderung von 750 € gerichtlich einzuklagen. Nur einer der Befragten wusste die richtige Antwort: „weniger als 350 €“. Fünf Befragte waren sogar der Meinung, sie müssten mehr als 1.000 € bezahlen, bevor sie einen vollstreckbaren Titel (so nennt man z.B. ein rechtskräftiges Urteil) in der Hand hielten.

Dabei ist es gar nicht schwer, die Höhe des individuellen Kostenrisikos abzuschätzen.

Anwaltliche Beratung

Über die für eine anwaltlichen Beratung in unserer Kanzlei entstehenden Kosten können Sie sich über Kosten einer anwaltlichen Beratung informieren. Die Vergütung für eine anwaltliche Beratung ist in Zivil-, Verwaltungs-, Straf- und Bußgeldsachen stets die Gleiche.

Wenn Sie sich nach der Beratung dazu entschließen, uns auch mit Ihrer Vertretung bzw. Verteidigung zu beauftragen, müssen Sie jedoch zwischen Straf- und Bußgeldsachen und Zivil- und Verwaltungsrechtssachen unterscheiden.

Kosten bei Straf- und Bußgeldsachen

In Straf- und Bußgeldsachen (s. u.) richtet sich die anwaltliche Vergütung nach den einzelnen Verfahrensstadien (Ermittlungsverfahren, Gerichtsverfahren, Berufung, Revision etc.) und nach den unterschiedlichen Gerichten der I. Instanz (Amtsgericht, Strafkammer, Schwurgericht etc.). Es gibt jeweils bestimmte Gebührenbeträge. Wie hoch diese im Normalfall sind, kann ebenfalls den Tabellen unter Kosten in einer Zivil- oder Verwaltungsrechtssache entnommen werden.

Gebühren bei Zivil- und Verwaltungsrechtssachen

Bei der Vertretung in Zivil- und Verwaltungsrechtssachen (s. u.) ist stets vom Gegenstandswert (bzw. Streitwert) auszugehen. Sowohl die Gerichtsgebühren als auch die Rechtsanwaltsgebühren berechnen sich hier aus dem „Wert, der den Gegenstand des Verfahrens bildet“. Je höher der Gegenstandswert ist, desto höher sind die Kosten. Außerdem ist maßgebend, bis zu welcher Ebene eines Streits man bereit ist „zu kämpfen“.

Manchmal reicht schon die eindringliche Mahnung eines Rechtsanwalts, um den Schuldner zur Zahlung zu bewegen. Manch einer zahlt dagegen erst, wenn der Mahnbescheid eines Amtsgerichts im Briefkasten liegt. Es gibt aber auch Schuldner, die sich bis zur letzten Instanz streiten – und wenn ihre Verteidigung noch so aussichtslos ist. Welche Art der Durchsetzung einer Forderung danach im Normalfall voraussichtlich zunächst „wie viel kostet“, kann den Tabellen in Kosten in einer Strafsache oder Bußgeldsache entnommen werden.

Beratungshilfe, Prozesskostenhilfe

Informationen zu staatlicherseits gewährter Beratungs- und Prozesskostenhilfe sind unter Anspruch auf Beratungshilfe und Anspruch auf Prozesskostenhilfe zu finden.


Straf- und Bußgeldsachen

Hierbei geht es um Straftaten oder Ordnungswidrigkeiten, z.B.

  • um die Verteidigung gegen einen Bußgeldbescheid oder ein Fahrverbot oder
  • um die Verteidigung gegen den Vorwurf einer Unfallflucht oder
  • um die Beschwerde gegen die Entziehung der Fahrerlaubnis.

Zivil- und Verwaltungsrechtsachen

Hierbei geht es i.d.R. um Schadensersatz und/oder Schmerzensgeld, z.B.

  • in einem Rechtsstreit um die Durchsetzung von Schadensersatzansprüchen nach einem Verkehrsunfall oder
  • um die Zahlung von Schmerzensgeld aufgrund einer Körperverletzung oder
  • um die Verteidigung gegen einen Gebührenbescheid wegen des Umsetzens eines Kfz oder
  • um die Verteidigung gegen die Entziehung der Fahrerlaubnis durch die Fahrerlaubnisbehörde.