Berliner Dom

Unfallflucht, Fahrerlaubnisentzug, MPU

Wer nach einem Verkehrsunfall Unfallflucht begeht, muss mit einer Freiheitsstrafe oder einer Geldstrafe rechnen sowie mit dem Fahrerlaubnisentzug und der medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU).

Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort, Unfallflucht

Die Unfallflucht (oder Fahrerflucht) heißt juristisch korrekt „unerlaubtes Entfernen vom Unfallort“ und gilt für alle Verkehrsteilnehmer, also auch für Fahrradfahrer, Fußgänger usw.. Gesetzlich geregelt ist sie in § 142 StGB.

Unfallflucht gilt weitläufig als Kavaliersdelikt. Doch ist diese Sichtweise extrem gefährlich; denn Unfallflucht wird hart bestraft. Das Gesetz sieht eine Freiheitsstrafe von bis zu 3 Jahren oder eine Geldstrafe vor. Außerdem wird auch immer die Fahrerlaubnis entzogen, und es droht der Verlust des Haftpflicht-Versicherungsschutzes.

Fahrerlaubnisentzug

Wer wegen einer Verkehrsstraftat verurteilt wird, dem wird zugleich mit dem Urteil auch die Fahrerlaubnis entzogen. Das heißt auch, dass der Führerschein eingezogen und vernichtet wird! Zugleich ordnet das Gericht eine zeitliche Sperre (wenigstens 6 Monate) an, innerhalb der eine neue Fahrerlaubnis nicht erteilt werden darf.

Der Entzug der Fahrerlaubnis ist nicht dasselbe wie ein Fahrverbot. Beides sind völlig unterschiedliche Dinge. Ein Fahrverbot wird in der Regel in Zusammenhang mit einer Ordnungswidrigkeit verhängt. Die Höchstzeit beträgt 3 Monate.

Medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU)

Jemandem, der sich um die Neuerteilung einer Fahrerlaubnis nach vorherigem Entzug bewirbt, oder jemandem, der noch in Besitz einer Fahrerlaubnis ist, kann die Fahrerlaubnisbehörde unter bestimmten Umständen auferlegen, sich einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU, „Idiotentest“) zu unterziehen.

Verhalten am Unfallort

Grundsätzlich muss der Unfallbeteiligte erst mal am Unfallort bleiben, bis seine Personalien und die Tatsache seiner Unfallbeteiligung festgestellt sind, entweder von der Polizei oder von dem Geschädigten. Falls niemand da ist und auch niemand nach einer zumutbaren Wartezeit kommt, sollte der Unfallbeteiligte eine Nachricht hinterlassen und unverzüglich die Polizei oder den Geschädigten benachrichigen.

24-Stunden-Regel

Diese Regel findet sich in § 142 Abs. 4 StGB und besagt: Das Gericht mildert bei Unfallflucht die Strafe oder kann von Strafe absehen, wenn der Unfallbeteiligte

  1. innerhalb von vierundzwanzig Stunden
  2. nach einem Unfall außerhalb des fließenden Verkehrs,
  3. der ausschließlich nicht bedeutenden Sachschaden zur Folge hat,
  4. freiwillig
  5. die Feststellungen nachträglich ermöglicht.

Wie hoch ist die Strafe?

Ganz entscheidend für die Höhe der Strafe ist zunächst, ob bei dem Unfall nur ein Sachschaden entstanden oder ob auch jemand verletzt oder gar getötet worden ist.

Ist nur ein Sachschaden entstanden, kommt es auf die Höhe des entstandenen Fremdschadens an – also in der Regel der Schaden am anderen Auto und, wenn das benutzte Fahrzeug nicht das eigene ist, auch der an diesem.


Hinweis: Detaillierte Informationen zur Unfallflucht und ihren möglichen Folgen finden Sie unter www.unfallflucht-rechtsanwalt-berlin.de und www.unfall-und-was-nun.de.


Tipp: Ein Verkehrsteilnehmer, der mit dem Vorwurf der Unfallflucht konfrontiert wird, sollte sich deshalb immer anwaltlichen Beistand suchen. Vor allem der mögliche Verlust des eigenen Versicherungsschutzes ist eine tückische und böse Falle, in die man nicht fallen muss. Sparen Sie gerade bei Unfallflucht nicht an der falschen Stelle!